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Warum Goldman Sachs noch immer unseriös ist

02.10.2018 Die Finanzkrise ist schon viele Jahre her, eine Zeit wo Warren Buffett gemütlich an seinem Telefon sass und auf Anrufe gewartet hat. Diese Anrufe waren wir ihn sehr profitabel. Er selbst hatte gut 70 Milliarden Cash auf der hohen Kante und konnte nun abwarten, bis die Firmen, die nun dringend Geld brauchten, ihm ein tolles Angebot unterbreiten würden. So kam es dann auch, illustre Firmen wie Bank of America oder Goldman Sachs nahmen dieses Angebot dankend an. Im Gegenzug gab es sehr hohe Zinsen, von denen aussenstehende Aktionäre nur träumen konnten.

Goldman Sachs versprach damals, sein Geschäftsgebahren zum Nachteil des Kunden zu ändern. Die Firma musste Milliarden an Wiedergutmachung zahlen. Ab sofort sollte ein neuer Wind wehen. Gemeinsam mit dem Kunden, war das Motto.

Den neuen Anschein der Seriosität wird Goldman Sachs sicherlich in ihrer Heimat, den USA, voll gerechet. Hier wird man sich sicher nichts zu Schulden kommen lassen. Anders sieht das in Deutschland aus. Aufgrund lascher Regulierung und sehr milder Strafen, kann man hier schalten und walten, wie zu den guten alten Zeiten vor 2009.

Das betrifft besonders private Kunden der Bank. Welche, die derivative Instrumente von Goldman Sachs kaufen. Das betrifft auch meinen Fall, ich habe S&P Put Optionen von GS gekauft. Wenige Tage später erlebte der amerikanische Aktienmarkt eine kleine Korrektur. Der Dow Jones und der S&P fielen innerhalb von 2 Tagen um ca. 4%. Die Volatitliät stieg auf über 20%, aber in keine extremen Höhen wie zur Finanzkrise. Ich hatte neben den GS-Scheinen zur gleichen Zeit auch S&P Puts von BNP Paribas und der Deutschen Bank gekauft.

Als ich diese Scheine in der Korrektur verkaufen wollte, waren es die Deutsche Bank und die BNP Paribas, die mir faire Kurse zum Verkauf stellten. Goldman Sachs hatte eine andere Meinung zu fairer Kursstellung und weitete den Spread (den Unterschied zu An- und Verkaufskurs) auf über 20% aus. Damit war ein profitabler Verkauf der Position zwar noch möglich, aber nur mit einem heftigen Verlust im Vergleich zu den anderen Anbietern.

In der Folge kontaktierte ich Goldman Sachs. Als Antwort bekam ich, dass aufgrund der aussergewöhnlichen Marktbewegung die sehr schlechte Kursstellung erfolgen musste. Während dieser Zeit habe ich einen Vergleich auf Onvista von allen kurzfristigen S&P Optionen aufgerufen und gesehen, dass Goldman Sachs die einzige Firma war, die ihren Spread derart ausgeweitet hatte. Es war nicht mal Panik am Markt, es war ein gemächlicher Fall der Kurse.

Fazit: Goldman Sachs wird niemals an Ihrer Seite sein als Kunde. Der alte Konflikt "erst wir, dann der Kunde" gilt nach wie vor.